19. und 20. Juni 2009

Requiem

Wolfgang Amadeus Mozart

Es gibt kaum ein Werk in der Musikgeschichte, über dessen Entstehung so viele Abhandlungen geschrieben worden sind, wie über Mozarts Requiem. Mozart begann mit der Komposition der Totenmesse im Sommer 1791, nachdem ihm ein anonymer und geheimnisvoller Bote den Auftrag dazu erteilt hatte. Mozart kam aber mit der Arbeit nur sehr mühsam vorwärts, da er auch sonst sehr beschäftigt und zudem schon sehr von seiner Krankheit geschwächt war. Am 5.12. desselben Jahres starb der junge Meister, ohne das grosse Werk vollendet zu haben.

Und damit haben die Irrwege und Spekulationen über dieses Werk begonnen. Hat wirklich Franz Xaver Süssmayr, ein Schüler Mozarts, die fehlenden Teile selbst neu komponiert? Oder existieren doch noch Skizzen von Mozart zu dem ganzen Werk, die Süssmayr nur vervollständigt hat? Was haben andere Komponisten wie Joseph Eybler und Franz Jakob Freystädtler mit der Sache zu tun? Die Gelehrten haben sich darüber die Köpfe heissgeredet und die Finger wundgeschrieben. Aber wie auch immer, das Werk wurde zu einem grossen Erfolg.

Mozarts Werk ist eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Tod. Berühmt ist darum auch jener Brief, den Mozart 1787 an seinen Vater schrieb: „…da der Tod, genau zu nehmen, der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren, besten Freund des Menschen so bekannt gemacht, dass sein Bild nicht allein etwas Schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel Beruhigendes und Tröstendes!...“ Damit gelang Mozart gegen Ende seines Lebens ein letztes Meisterwerk, raffiniert in der melodischen Linie und voll anrührender religiöser Empfindung.